Ostergruß

Auferstehung kennt keinen Ruhetag

Zwar scheint es vor Karfreitag vielleicht zu früh, vom frohen Wort der Auferstehung zu schreiben. Aber ich möchte es mit Augenzwinkern und Sepp Herberger halten: "Vor dem Spiel ist nach dem Spiel". Und wenn der Karfreitag erst noch kommt, dann gilt doch noch die Botschaft der Auferstehung von letzten Ostern. Oder?

Was etwas seltsam klingt, ist aber eine tiefe und schöne Wahrheit. Ostern ist nicht einfach vorbei. Wir feiern die Auferstehung doch jeden Sonntag in unseren Gottesdiensten. Durchgehend. Und diese frohe Botschaft ist durchgehend geöffnet. Für alle Menschen. Ohne Ruhetag. Auch wenn wir Menschen mal Pause machen. Oder diese Kontinuität unterbrechen. Gottes Sieg über den Tod mitten im Leben bleibt. Sein Sieg der zum Leben führt. Nicht nur ins Jenseits. Sondern in das Leben hier und jetzt. Gestern, heute und Morgen. Sein Licht scheint.

Ein schönes Symbol dafür ist für mich unsere kleine Lukaskirche. Da geht jeden Morgen die Sonne über dem Chorraum, über dem Altar auf. Manchmal scheint sie voller Kraft in die Fenster. Manchmal ist sie nur als zarter Schein zu sehen. Aber sie ist da. Und unsere Lukaskirche auch. Und die ist ausgerichtet. Gen Osten. Also in Richtung Orient. Und gibt uns so Orientierung. Sie weist uns dahin, wo die Sonne aufgeht. Ob wir gerade da sind und feiern, oder auch nicht. Ob wir gerade daran denken oder mit anderem beschäftigt sind.

So erzählt auch diese kleine Backsteinkirche eine Geschichte von Gott mit den Menschen. Von Gott der unseren Blick ausrichten will. Auf das Licht und das Leben hin. Er überwindet den Tod, indem er mit uns Menschen durch Sterben und Tod geht und so den Weg frei macht für das Leben.

Also: die frohe Botschaft der Auferstehung ist da. Auch an Karfreitag. An diesem besonderen Tag vielleicht in besonderem Licht. Aber wir gehen mit der frohen Botschaft in den Karfreitag, aber auch über ihn hinaus, auf Ostersonntag zu. So, wie wir auch durch alle anderen Tage, in den das Leid vielleicht im Vordergrund steht, immer die frohe Botschaft im Hintergrund haben. Auch wenn wir sie nicht sehen, denken oder spüren.

So möge Gott uns auf diesen Wegen behüten, möge er uns mit seinem Licht ermutigen, wenn uns der Mut sinkt, möge er uns bewahren und miteinander verbinden. Und dereinst wieder zusammenführen. Schon im Hier und Jetzt. Mitten im Leben. Vielleicht auch wieder am Gemeindezentrum auf der Wiese.

Gesengte und frohe Ostertage wünscht Euch und Ihnen Ihr Pfarrer Gerd Götz

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