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Reformation



Ein Rück-Aus-Blick

Ein letzter Blick auf das Reformationsjahr? So mag es scheinen, jetzt wo das neue Kirchenjahr beginnt. Der Hype ist vorbei. Was bleibt?

Es ist sicherlich zu früh, um eine Bilanz ziehen zu können. Vallendar war auch nicht die Gemeinde, die sich mit großen und aufwändigen Veranstaltungen profiliert hat.

Neben all den Eindrücken, die es durch die Großveranstaltungen in den Medien gegeben hat, gab es aber auch bei uns bemerkenswerte Momente und Begegnungen, die dieses Jahr besonders gekennzeichnet haben.

Der eindrucksvollste unter diesen war sicherlich der Reformationstag mit einem ganz besonderen Gottesdienst, der die Erwartungen weit übertraf. Für mich auch ein spezieller spiritueller Moment. Bei allen Planungen und Überlegungen wurde es doch anders. Und das Überraschende: Es wurde noch besser, als wir erhofft hatten. Die biblische Dimension des Essens, das für mehr gereicht hat als gedacht, der Gottesdienst mit geistlicher Ermutigung und einem alles Wichtige ausdrückenden Zusammenrücken. Die Gespräche, die fröhlichen, entspannten Menschen, die Vielen, die einfach mit angepackt haben.

So etwas kann man nicht predigen, das muss man erleben.

So steht dieser Tag, neben all den andern guten Begegnungen und Gesprächen, Beratungen und Beschlüssen, für genau das, was ich mit unserem Auftrag und der reformatorischen Erkenntnis der sich immer wieder erneuernden Kirche verbinde:

Menschen finden zueinander, sind im Vertrauen auf den einen Gott verbunden, dürfen individuell und anders bleiben, aber trotzdem mit aller Verschiedenheit Gemeinsamkeit erfahren. Und diese dann auch noch gestalten. Ohne, dass jemand schaut, wer dafür zuständig ist. Alle machen mit, alle sind selbst aktiv.

Auch im Angesicht von Zweifeln oder der Befürchtung, dass es nicht reicht, rücken wir zusammen, packen miteinander an und werden durch etwas beschenkt, was wir so nicht geplant oder gedacht haben, was aber besser ist, als wir es uns vorstellen konnten.

So denke ich, schaffen wir es, die frohe Botschaft nicht nur zu erzählen, sondern miteinander zu leben. Zu gestalten. Neues zu finden.

Es liegt nicht an uns. Es liegt schon in uns. Lassen wir es raus. Nicht nur in diesem Jahr.

Gerd Götz



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erstellt am 01.12.17