Bild

Gemeinde in Bewegung



Immer wieder sehen wir uns als Gemeinde neuen Herausforderungen gegenüber. Manche stehen plötzlich da, manche sind schon von weitem zu erkennen.

Beiden gemeinsam ist, dass man darauf reagieren kann. Manchmal auch muss. Die Spielräume sind natürlich bei langfristigeren Aufgaben größer, weil man mehr Zeit hat etwas auszuprobieren oder einzuüben.
Es sei denn, man wartet solange, bis es nicht mehr anders geht.

Das Presbyterium als Gemeindeleitung hat seit vielen Jahren immer wieder - auch erfolgreich - versucht langfristig zu schauen und zu planen.
Manchmal sind diese Maßnahmen gar nicht so sehr im Alltag zu spüren. Ein großer Vorteil, wenn man nicht mit dem Holzhammer agieren muss. Anderes sieht man wohl.
Es soll im Folgenden um einige Themen gehen, die sicherlich auch auf der Gemeindeversammlung Ende Januar eine Rolle spielen können und sollen.

Gottesdienste

Seit langer Zeit schon versuchen wir in unseren Gottesdiensten eine verlässliche Struktur erkennbar zu machen. Das ist besonders an den bunten Liturgiezetteln zu erkennen, die schon zum gewohnten Bild in unseren Gottesdiensten gehören.

Lektorengottesdienste

Eine Neuerung haben wir in diesem Jahr schon mehrfach etabliert: den Lektorengottesdienst. Ehrenamtliche nehmen die Leitung des Gottesdienstes wahr und greifen dabei auf die Unterstützung von Pfr. Götz zurück, aber auch auf entsprechende Literatur, die auch fertige Lesepredigten anbietet, die die LektorInnen sich zu eigen machen. Wir haben darauf sehr positive Rückmeldungen erhalten.

Musikalischer Gottesdienst

Anfang 2019 werden wir ein weiteres Gottesdienst-Projekt starten. Einen Gottesdienst am Samstagabend mit besonderer Musik. Vielen ist Markus Daniel bekannt, der mit seiner Frau Daniela und manchmal auch mit Unterstützung seiner Band Gottesdienste musikalisch begleitet und gestaltet. Dabei kamen immer wieder Lieder aus der „weltlichen“ Pop-Kultur zu Gehör. In vielen Liedern stecken Fragen und Motive, die auch aus christlicher Perspektive Anknüpfungsmöglichkeiten bieten und zum Nachdenken anregen.

Dies möchten wir aufnehmen und in einen musikalischen Gottesdienst einbinden. Geplant ist solche Gottesdienste vier Mal im Jahr zu feiern.

Kirchenmusik

Auch im Bereich der klassischen Kirchenmusik tut sich etwas. Nachdem Herr Fetsch auch über sein normales Renteneintrittsalter hinaus unsere Gottesdienste musikalisch mitgestaltet hat, ist es Zeit hier über längerfristige Lösungen nachzudenken.

Es hat sich eventuell eine Möglichkeit ergeben, auch hier im Jahr 2019 eine neue Aufstellung zu erreichen. Da zum Redaktionsschluss das Bewerbungsverfahren noch im Gange ist, können hier noch keine Einzelheiten genannt werden. Wir werden aber rechtzeitig darüber weiter informieren. Eins ist dabei sicher: wir sind bestrebt das Niveau und den Charakter der bisherigen musikalischen Tradition in unserer Gemeinde zu halten und auch an anderen Punkten Kontinuität zu wahren.

Gebäude

Menschen das wichtigste in der Gemeindearbeit, aber Menschen brauchen auch Orte um sich begegnen zu können. So sind der Erhalt und sogar der Ausbau von Gebäuden ein wichtiges Thema.

Kindertagesstätte

Das aktuellste Projekt stellt der Ausbau der KiTa dar. Hier konnten nach langer Planungsphase die ersten Schritte zum neuen Anbau gemacht werden. Nötig wurde dies, da wir in ganz Vallendar einen akuten Betreuungsnotstand haben. Möglich wurde dies durch die Bereitschaft unserer Gemeinde hier einen nicht unwesentlichen finanziellen Beitrag zu dieser kommunalen Aufgabe zu leisten und uns auf lange Sicht in diesem Bereich weiter zu engagieren. Aber auch durch die gute Kooperation mit dem kommunalen Träger und den Kreis- und Landesbehörden können hier 13 neue Betreuungsplätze geschaffen und die Ganztagsbetreuung ausgebaut werden.

Zudem wurde von unserer Gemeinde eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Trägern der KiTas auf kommunaler Ebene in Vallendar initiiert, die hoffentlich auch weiter gut funktionieren wird.

Pfarrhaus und Lukaskirche

Am Pfarrhaus und an der Lukaskirche sind einige Sanierungsmaßnahmen notwendig geworden, um die Substanz zu erhalten. So müssen am Pfarrhaus der Balkon und die Terrasse vor dem Eingang saniert werden, da hier im Laufe der Zeit Undichtigkeiten aufgetreten sind.

Außerdem muss die Bruchsteinmauer oberhalb der Lukaskirche saniert werden, da deren Stabilität gefährdet ist. Diese Maßnahmen werden ca. 40.000 € in Anspruch nehmen.

Erfolgreich waren wohl die Maßnahmen zu Beseitigung der Feuchtigkeit in der Lukaskirche selber, die vor einigen Jahren in Angriff genommen wurden.                                                                     >>>

Gemeindezentrum

Das Gemeindezentrum ist auch schon in die Jahre gekommen. Dies und die intensive Nutzung lassen fragen, an welchen Stellen Sanierungen oder gar kleinere Umbauten vorzunehmen sind. Daher hat das Presbyterium beschlossen, ein Nutzungskonzept für die kommenden 20 Jahre aufzustellen.

Grundlage dafür wird die Gebäudestrukturanalyse sein, die 2015 erstellt wurde. Hier sind schon einige Sanierungsmaßnahmen benannt. Es wurde dabei auch festgestellt, dass dieses Gebäude sehr gut ausgelastet ist. Das ist bei weitem nicht mehr selbstverständlich für Gebäude in Kirchengemeinden.

Welche Maßnahmen sinnvoll und/oder wünschenswert sind soll in den kommenden Monaten ermittelt werden. Dazu sind auch Wünsche und Anregungen aus der Gemeinde herzlich willkommen und notwendig.

Anfang des Jahres laden wir zu einem Treffen ein, an dem Ideen entwickelt und gesammelt werden, um sie dann in den weiteren konzeptionellen Prozess einzubinden.

In diesen Prozess wird natürlich auch einfließen, wie die weitere Nutzung des GZ finanziert werden kann.

Finanzen

Nach der aufwändigen Umstellung unserer Buchhaltung auf kaufmännische Buchhaltung (Doppik) ab 2014 sind nach intensiver Arbeit die ersten Jahresabschlüsse fertig.

Was sich daraus ablesen lässt stellt zum einen die gute allgemeine Wirtschaftslage dar, von der auch unsere Mitgliedsbeiträge (Kirchensteuern), also die Einnahmen, abhängen. Zum anderen haben wir in den vergangenen Jahren recht vorsichtig gewirtschaftet, so dass wir mit relativ kleinen, aber schwarzen Zahlen abschließen konnten.

Das Kapital der Stiftung ist weiter gestiegen und wir können rund 267.000€ Euro als Stiftungs-Kapital verbuchen. Auch wenn die Erträge aufgrund der aktuellen Zinslage nicht übermäßig groß sind, konnten wir für 2014 4.521,10 € und für 2015 3.136,17 € zu je 2/3 der Jugendarbeit und 1/3 der KiTa zuschlagen.

Eventuell liegen die Zahlen für 2016 schon zur Gemeindeversammlung vor.

Ehrenamt

Eine der größten (und nach meinem Dafürhalten schönsten) Ressourcen sind nach wie vor die erfreulich und bemerkenswert hohen Zahlen an Menschen, die sich aktiv einbringen.

Neben den rund 80 Engagierten in der Jugendarbeit sind im Bereich der Helferinnen/des Besuchsdienstes immer wieder neue Menschen dazugekommen, die diese schöne und wertvolle Arbeit übernehmen.

Rund um die Kinderferienspiele hat sich ein Küchenteam gebildet aus ca. 12 Frauen einer neuen Generation, die auch immer wieder bei anderen Veranstaltungen fröhliche Arbeit leisten.

Im Bereich der Kita ist nicht nur ein engagierter Elternausschuss zu beobachten, sondern auch eine große Zahl von Frauen und Männern, die sich im Förderverein und bei den Kleiderbasaren einbringen und hier tolle Arbeit leisten.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass es da und woanders auch noch Raum und Arbeit für weitere interessierte gibt.

Allen, die bei dieser auszugsweisen Aufzählung nicht erwähnt wurden, sei aber ungeachtet dessen ein herzlicher Dank und Respekt für das Engagement ausgesprochen. Das nächste größere Treffen für den "Aktiven-Dank" ist für den Februar 2020 angedacht. Zum letzten Treffen dieser Art haben wir ca. 250 Menschen einladen können.

Gemeinde 2030

Auf der letzten Kreissynode wurde auch darüber beraten, wie alle Gemeinden im Kirchenkreis gemeinsam auf die anstehenden Veränderungen reagieren und sie gestalten können. Anstoß war hier die Entwicklung des Nachwuchses bei Pfarrinnen und Pfarrern, was eventuell dafür sorgen könnte, dass auch bei weniger Pfarrstellen insgesamt, diese nicht mehr alle besetzt werden können.

Um hier attraktive Gemeinden und Arbeitsstrukturen anbieten zu können, ist vorgesehen, dass die Gemeinden in Regionen sich zusammensetzen, kennenlernen und über Kooperationsmöglichkeiten nachdenken. Dies alles soll sehr weitsichtig und "nicht mit dem Holzhammer" oder von oben herab geschehen, sondern aus den Gemeinden heraus gestaltet werden.

Fazit

Es bleibt viel zu tun. Aber auch die Hoffnung und Zuversicht, dass wir bei besonnenem und planerisch sorgfältigem Vorgehen, die anstehenden Aufgaben bewältigen können.

Und das nicht nur in Vallendar alleine, sondern auf längere Sicht auch mit unseren Geschwistern in der Region gemeinsam.

So bleibt neben und in all dem Organisieren und Planen auch Zeit für das Wesentliche. Miteinander die Frohe Botschaft Gottes zu den Menschen zu bringen, sie in unseren Leben wirksam werden zu lassen und das immer wieder gemeinsam zu feiern.

Ich freue mich auf das weitere Zusammenarbeiten und kreative Gestalten. Von ganzem Herzen.

 

Ihr/Euer Pfarrer Gerd Götz



zurück zur Übersicht
erstellt am 30.11.18