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Hilfe für Geflohene in der Verbandsgemeinde Vallendar

Willkommen in Vallendar

Es sind inzwischen ca. 170 (Februar 2016) Menschen auf der Flucht in den Orten unserer Verbandsgemeinde angekommen. Nach den Erlebnissen in der Heimat, in Krieg, Verfolgung und auf der Flucht dürfen die Menschen in Vallendar, Weitersburg, Urbar und Niederwerth die Erfahrung machen, dass sie herzlich willkommen sind.

Neben all den Dingen, die eine Verwaltung für die Menschen tut, gibt es aber noch viele Bereiche, die - bei allem Einsatz der Mitarbeitenden der Verwaltung - nicht vom Staat geleistet werden können. Hier ist das Engagement von uns allen gefragt.

Darum ist es gut und sehr bewegend, wie viele Ehrenamtliche sich gefunden haben, um das Ankommen bei uns leichter zu machen und gemeinsam mit den Institutionen in der Verbandsgemeinde die Aufgaben zu meistern.

Nachdem es auf Initiative der beiden Kirchengemeinden im Januar 2015 ein Treffen mit vielen Institutionen gegeben hat, die mit der Aufnahme der Flüchtlinge zu tun haben oder zu tun haben wollen, haben sich inzwischen in den Orten sehr konkrete Hilfsprojekte und Arbeitskreise gebildet.

Das ist sehr gut so.

Ein gutes Jahr

Es war ein gutes Jahr. Mit vielen Erfolgen, guten Begegnungen, aber auch sehr viel Lernen, wie bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement in unserer Verbandsgemeinde funktionieren kann.

Ganz oben stand immer wieder die Erfahrung, dass der persönliche Kontakt zu den Geflohenen das erste und wichtigste ist.

Aus diesem - gegenseitigen - Kennenlernen erwachsen dann zum einen konkrete Hilfsangebote und zum anderen der konkrete Bedarf an Hilfen.

Vorurteil und Unsicherheit

Außerdem helfen diese Begegnungen, Vorurteile und Unsicherheiten abzubauen, ohne eventuelle Herausforderungen oder Probleme unter den Tisch fallen zu lassen. Eben letztere können und sollten nur aus solcher Begegnung erkannt, besprochen und bearbeitet werden. Eine pauschale Verurteilung von Menschen war noch nie hilfreich und ist auch nicht Teil unserer demokratisch-rechtsstaatlichen Grundordnung.

Villeicht kann man in diesem Zusammenhang die Formulierung, dass diese Grundordnung zu "verteidigen" seiv ermeiden. Denn das setzt voraus, dass ein aktiver, willentlicher  Angriff vorliegt. Bei uns kann man eher davon sprechen, dass sie zu "gestalten" ist. Das nimmt die Herausforderungen, die aus den Reihen unserer angestammten MitbürgerInnen kommen, mit in diesen Prozess hinein.

Konkrete Hilfe

Diese Herangehensweise hat es in der VG Vallendar ermöglicht, dass nicht nur sehr konkrete Hilfen geleistet und empfangen werden konnten, sondern dass wir auch mit der Verwaltung gemeinsam ehrenamtliches Engagement quer durch alle Gruppen unserer VG fördern, gestalten und ausweiten konnten.

Etliche Stunden Sprachunterricht, viel Zeit und Energie bei der Suche nach Wohnraum, Begleitung von Familien, Begegnungen im Café International, Fahrradvermittlung oder einfach Zeit zum Dasein und Sprechen wurden hier geleistet und bereitgestellt.

Klar ist, dass damit nicht die ganze Welt gerettet wird, und dass auch nicht alle Probleme der einzelnen Menschen endgültig gelöst werden konnten.

Aber wie sähe es aus, wenn all das nicht geschehen wäre?

Und außerdem: wir lernen jeden Tag neu, indem wir merken, was wir bewerkstelligen können, aber auch bei dem, wo wir an Grenzen kommen oder scheitern.

Insofern blicke ich auf ein gutes Jahr zurück, aber auch zuversichtlich in das vor uns liegende. Mit neuen Überraschungen, aber auch mit einer großen Zahl von Menschen, die inzwischen reichlich Erfahrungen gesammelt haben.

Und solche Menschen mit Ideen, Engagement und der Bereitschaft, auch für sich etwas zu lernen, brauchen wir auch weiterhin und davon auch noch mehr als bisher.

Denn auch in diesem Jahr werden neue Menschen auf der Flucht zu uns kommen und hier, wenn auch manches Mal vorrübergehend, einen Schutzort und Frieden finden können und dürfen.

Einsteigen und Mitmachen

Wenn jemand in diesem Team mitarbeiten möchte, kann er oder sie sich gerne an Herrn Christian Ebeling, den Koordinator für das Ehrenamtliche Engagement in der VG Vallendar wenden (E-Mail christian.ebeling@vg-vallendar.de oder Telefon 0261-6503-168). Oder Sie kommen einfach im
Café International
vorbei.
Dieses findet immer
freitags von 16 Uhr bis 18 Uhr

im Sälchen der Evangelischen Kirchengemeinde, Weitersburger Weg 8, statt.

Hier kann man Menschen begegnen mit Erfahrungen der unterschiedlichsten Art. Auf der Flucht oder in der Hilfe.

Die Initiative "Willkommen in Vallendar"


Alle Bereiche können Sie auch über diese E-Mail-Adresse erreichen:
willkommen-in-vallendar@gmx.de